
Dreitägige Ausbildungsveranstaltung – 23 Aktive aus drei Feuerwehren
Trostberg. Zu den Kernaufgaben der Floriansjünger zählen die Brandbekämpfung und die Technische Hilfeleistung. Damit untrennbar verbunden ist auch die medizinische Erstversorgung von verletzten oder erkrankten Personen – insbesondere in den Fällen, in denen die Feuerwehr vor dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle eintrifft. 23 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Lindach, Oberfeldkirchen und Trostberg absolvierten kürzlich ein dreitägiges Ausbildungswochenende, bei dem sie ihre Ersthelferkompetenzen deutlich ausbauen konnten.
Ein intensives und lehrreiches Ausbildungswochenende absolvierten 23 Einsatzkräfte aus Lindach, Oberfeldkirchen und Trostberg. Ziel der dreitägigen Ausbildung war es, die Kenntnisse in der Ersten Hilfe zu vertiefen und die medizinische Erstversorgung bei Einsätzen weiter zu verbessern. Von Freitag bis Sonntag trainierten sie dazu in den Räumlichkeiten der Feuerwehr Trostberg.
„Der Lehrgang begann am Freitag mit einem klassischen Erste-Hilfe-Kurs, wie man ihn auch für den Führerschein benötigt“, informiert Trostbergs Kommandant Hans-Peter Heimbach und ergänzt: „Dabei wurden grundlegende Maßnahmen wie die stabile Seitenlage, die Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie das richtige Verhalten in verschiedenen Notfallsituationen aufgefrischt.“ In praktischen Übungen konnten die Teilnehmer ihr Wissen direkt anwenden und Sicherheit im Umgang mit verletzten oder erkrankten Personen gewinnen.
Erweitere Erste Hilfeausbildung mit Mitteln der Feuerwehr
Die erweiterte Ausbildung startete dann am Samstag mit einem praktischen Teil. Hier standen insbesondere die Ausrüstung und die Geräte der Feuerwehr im Mittelpunkt des Tages. Die Teilnehmer trainierten in Kleingruppen unter realitätsnahen Bedingungen beispielsweise den Einsatz verschiedener Rettungsmittel sowie die strukturierte Zusammenarbeit im Team bei medizinischen Notfällen. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit der sogenannten Rettungsboa, einem Spineboard, sowie der Schaufeltrage, einem Tragetuch und einer Schleifkorbtrage.
Die Teilnehmer wurden dazu in mehrere Gruppen aufgeteilt und durchliefen insgesamt fünf praxisorientierte Ausbildungsstationen. Im Bereich „Verbrennungen“ galt es, eine angenommene Brandverletzung in einer Werkstatt fachgerecht zu versorgen und den Patienten auch psychisch zu betreuen. Eine weitere Station behandelte verschiedene Trage- und Umlagerungsmöglichkeiten sowie den richtigen Umgang mit den hierfür auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführten Geräten. Bei der technischen Rettung aus einem verunfallten Pkw übten die Teilnehmer die schnelle und schonende Personenrettung mittels Spineboards und Rettungsboa sowie die stabile Seitenlage.
Ergänzt wurde die Ausbildung durch einen theoretischen Unterricht zu Atemgiften, deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper und den grundlegenden Funktionen der Lunge. In der fünften Station stand die Reanimation mit einem Vollautomatischen Defibrillator und Beatmungsbeutel im Mittelpunkt. An modernen Reanimationspuppen konnten die Teilnehmer ihre Maßnahmen realitätsnah trainieren. Über ein Tablet wurden dabei Drucktiefe, Frequenz und Qualität der Beatmung ausgewertet, wodurch die Lernfortschritte unmittelbar sichtbar wurden und die Ausbildung besonders praxisnah und motivierend gestaltet werden konnte.
Verkehrsunfall und ein Brand in einem Partyraum mit vielen Verletzten
Den Abschluss bildete am Sonntag eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte sowie mehrere Einsatzübungen, bei denen die Teilnehmer das Erlernte zur Anwendung bringen konnten. Im ersten Übungsszenario wurde ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Lkw simuliert. Eine bewusstlose Person war aus dem Fahrzeug geschleudert worden, weitere Verletzte mussten aus dem Lkw und dem Pkw gerettet und medizinisch versorgt werden.
Zusätzliche Herausforderung war ein leerer Kindersitz im Fahrzeug, weshalb umgehend die Suche nach einem vermissten Kind eingeleitet wurde. Die dargestellten Verletzungen reichten von Bewusstlosigkeit über Bauch- und Extremitätenverletzungen bis hin zu Brüchen. Besonderes Augenmerk lag auf der schonenden Rettung und dem Transport zur Verletztensammelstelle.
Das zweite Szenario stellte einen Brand in einem verrauchten Partyraum dar. Atemschutztrupps retteten mehrere Verletzte aus dem Gebäude und übergaben diese an die Helfer. Neben Rauchgasintoxikationen und Sturzverletzungen mussten auch mehrere Schwerverletzte und drei Reanimationspatienten versorgt werden. Zusätzlich wurde ein Atemschutznotfall simuliert. Trotz der hohen Anzahl an Verletzten und der psychischen Belastung der Beteiligten behielten die Führungskräfte jederzeit den Überblick und koordinierten die Patientenversorgung zielgerichtet.
Insgesamt mussten bei diesem Szenario 13 Verletzte versorgt werden. Rund um das Gerätehaus der Feuerwehr Trostberg. Für besonders realistische Übungsszenarien sorgten zahlreiche Schauspielpatienten, denen täuschend echt geschminkte Verletzungsmuster „auf den Leib“ gezaubert wurden. Lea Aicher und Anna Heimbach übernahmen das professionelle Schminken der Verletzungen und sorgten damit für eindrucksvolle Übungsbedingungen.
Fast 50 Beteiligte waren am Ausbildungswochenende dabei
Auch Trostbergs Bürgermeister Dominic Geiger verfolgte eine der Einsatzübungen sowie die anschließende Abschlussbesprechung. „Euer hohes Engagement sowie eure große Motivation sind wirklich bemerkenswert“, betonte er beim Übungsmanöver und lobte gleichzeitig die hohe Qualität der Ausbildung. Besonders würdigte er den organisatorischen Aufwand, der hinter den Ausbildungstagen steckte. Allein am Abschlusstag waren neben den 23 Teilnehmern weitere 24 Einsatzkräfte beteiligt, die als Verletztendarsteller, Übungsteilnehmer oder Ausbilder in die Abläufe eingebunden waren.
„Besonders freut es mich, dass dieses Projekt gleich von mehreren Feuerwehren im Stadtgebiet auf die Beine gestellt wurde“, betonte der Rathaus Chef und richtete den Dank der Stadt an alle, „die für dieses ehrenamtliche Engagement das gesamte Wochenende investiert haben“.
Die Ausbildung stand unter der Leitung von Rainer Henneberg. Unterstützt wurde er von den Ausbildern Michael Stitzl, Josef Grundl, Lothar Kretschmer, Rosi Neuhauser, Andreas Reif, Jasmin Schmidt und dem Kreisfeuerwehrarzt Holger Hübner, die gemeinsam für eine abwechslungsreiche, praxisnahe und qualitativ hochwertige Schulungsveranstaltung sorgten.
Am Ende des Wochenendes zogen die Verantwortlichen ein durchweg positives Fazit. Durch die intensive Ausbildung konnten die Feuerwehrkräfte ihre Fähigkeiten in der erweiterten Ersten Hilfe deutlich ausbauen. „Von der Ausbildung der Feuerwehren profitieren in erster Linie die Menschen in und um Trostberg“, so das erste Fazit des Aktivenchefs. Ergänzend fügt er hinzu: „Wenn wir vor dem Rettungsdienst eintreffen, sind wir nun in der Lage, professioneller und zielgerichteter Erste Hilfe zu leisten.“ Hob















